Road to Bundesmeisterschaften 2026-Teil 2
Am 19.12.2025 ist es soweit, 49 Schachliebhaber versammeln sich im BG Berndorf für das mittlerweile traditionelle Weihnachtsturnier.
Trotz 4 Stunden Regelunterricht waren wohl viele schon mit den Gedanken beim Turnier: Wer würde gewinnen? Könnte in der Oberstufe jemand den klaren Favoriten David Ludwig schlagen oder würde er das Feld wieder chancenlos hinter sich lassen? Wer würde den Sieg in der Unterstufenwertung sichern?
Neben Ruhm und Ehre entscheiden die Platzierungen im Turnier über die Aufstellungen (nach Spielerstärke) beim Industrieviertelschachtag im März. Dort kann man sich mit einer Platzierung unter den ersten 2 als Mannschaft für die Landesmeisterschaften im April qualifizieren, bei welchen sich der Erstplatzierte wiederum für das Bundesfinale im Mai qualifizieren kann.
Nach den ersten 4 Unterrichtsstunden begann bereits das Aufbauen der insgesamt 27 Bretter aufgeteilt auf 3 Räume. Um 12 Uhr wurde dann die erste Runde ausgelost und das dritte Weihnachtsturnier unter Herr Professor Hartl und Herr Professor Sucharda konnte beginnen.
Perspektive der Oberstufe
In der ersten Runde gab es eine sehr spannende und wichtige Paarung für den Kampf um die Top-Platzierungen in der Gesamtwertung: Jakob Lexa gegen Timo Schmid. Obwohl sie wussten, dass diese Paarung auf ihrem Weg an die Spitze des Turniers unvermeidbar war, waren sie doch beide unzufrieden, dass sie bereits in der ersten Runde gegeneinander spielen mussten. Nach einer knappen Partie, in welcher Jakob von Anfang an einen kleinen Vorteil hatte, konnte Timo zwei Fehler von Jakob bestrafen und so gewinnen. Jakob müsste also nun das Feld von hinten aufrollen, seine Chancen auf die Top 3 waren jedoch trotzdem recht hoch.
Der Rest der ersten 3 Runden verlief recht unspektakulär, denn es gab keine weiteren direkten Duelle zwischen den 4 Oberstufen-Favoriten (David Ludwig, Philip Schöffl, Jakob Lexa und Timo Schmid). Sie gewannen alle ihre restlichen Spiele vor der 4. Runde.
In dieser verlor Philip dann überraschenderweise gegen einen der besten Spieler außerhalb der Top 4, Valentin “Vali“ Steiner. Philip hatte zwar von Anfang an eine bessere Stellung, doch Vali schaffte es, seine Dame einzusperren und so einen entscheidenden Materialvorteil zu erhalten.
Nach einer gut genutzten Mittagspause ging es dann in die 5. Runde, in der der klare Favorit, David, erstmals gegen ein anderes Mitglied der Top 4 spielen würde: Timo Schmid. Timo konnte sich am Anfang einen leichten Vorteil erspielen, doch mit einer klassischen Springergabel sicherte sich David einen wichtigen Materialvorteil und den daraus resultierenden Sieg.
Da es mittlerweile nur noch zwei Spieler mit der vollen Punktzahl gab, war die Partie auf Brett 1 für die nächste Runde klar: David gegen Vali.
Doch das war nicht das einzig spannende Duell in dieser Runde. Jakob und Philip spielten ebenfalls gegeneinander. Philip hatte einen großen Materialvorteil, doch Jakob konnte sich mit starken Leistungen im Endspiel den Sieg holen.
David konnte auch gegen Vali gewinnen, und so war der Stand in den Top 4 zu diesem Zeitpunkt nach 6 Runden wie folgt: David auf 6 Punkten, Vali, Timo und Jakob auf jeweils 5 Punkten.
In der nächsten Runde spielten dann David gegen Jakob und Vali gegen Timo. Hier sicherten sich Timo und David jeweils den Sieg. Somit waren nun die einzigen beiden Leute mit mindestens 6 Punkten David mit 7 und Timo mit 6.
Die nächste Runde würde die letzte sein und Timo musste noch um seinen 2. Platz kämpfen. Er spielte gegen Peter Kulovics und war im Endspiel weit hinten, doch ein Fehler von Peter brachte Timo den Sieg und sicherte somit seinen 2. Platz. Damit sah die Top 3 im Endeffekt so aus:
1: David Ludwig, 8/8
2: Timo Schmid, 7/8
3: Jakob Lexa und Valentin Steiner (die beiden hatten auf alle 3 Tiebreaks[floabw]dieselbe Punkteanzahl und sind damit beide auf Platz 3), 6/8
So hatte es also niemand geschafft, die Rolle des David gegen den tatsächlichen David zu spielen und dieser hatte seine Dominanz klar bewiesen.
Philip beendete das Turnier auf dem 5. Platz mit 6/8. Aufgrund seiner Niederlagen gegen Vali und Jakob waren seine Tiebreaks[floabw] schlechter.
So war die Rangfolge des Oberstufenschachteams nun wie folgt:
David Ludwig
Timo Schmid
Jakob Lexa
Philip Schöffl
Und Vali schien ein würdiger Kandidat für die Rolle des Ersatzspielers zu sein.
Zum Abschluss muss noch etwas klargestellt werden: Die 2 Lehrkräfte, die BG Berndorf-Schachturniere und auch die Reise zum Industrieviertelschachtag, dem Landes- und auch dem Bundesfinale überhaupt möglich machen, sind Herr Professor Sucharda und Herr Professor Hartl. Ebenfalls würde die Hälfte des Oberstufenteams ohne das auch von Herr Professor Sucharda (bzw. dieses Jahr von Herr Professor Hartl) geführte Schachfreifach gar nicht Schach spielen. Daher will das BG Berndorf Schachteam sich persönlich bei den zwei Lehrern bedanken und hiermit aufzeigen, was sie für die Schachcommunity im BG Berndorf getan haben und immer noch tun.
Das war der zweite Teil von Road to Bundesmeisterschaften 2026.
Der nächste Teil wird sich mit dem industrieviertelschachtag befassen und vermutlich bereits die Antwort auf eine Frage beinhalten, die nach all dem Feiern oder Trauern, wenn man mit dem Weihnachtsturnier abgeschlossen hat, gestellt werden muss und auch gestellt werden wird: kann die Oberstufe die Industrieviertelmeisterschaft gewinnen und damit das BRG Gröhrmühlgasse besiegen?

