Theater der Jugend

 
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Theaters der Jugend!

 

Die vierte Fahrt führt uns am Donnerstag, dem 23.1.2020, ins Theater im Zentrum, diesmal steht das Stück „ Jugend ohne Gott“  auf dem Programm. Es basiert auf dem gleichnamigen, 1937 erschienen Roman des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horvath.

Beginn: 19.30

Die Abfahrt erfolgt diesmal schon um 17.00 vom Stadttheater Berndorf, da das Theater der Jugend für die Schülerinnen und Schüler des Moduls „Theater to go“ und alle anderen Interessierten um 19 Uhr eine Einführung in das Stück anbietet. Ich lade euch alle herzlich dazu ein, denn diese Gelegenheit, aus erster Hand mehr über die Hintergründe des Stücks und die Inszenierung zu erfahren, bekommt man nur sehr selten.

Mehr zum Inhalt:

»Wenn nur noch Gehorsam gefragt ist und nicht mehr Charakter, dann geht die Wahrheit, und die Lüge kommt.«      Ödön von Horváth

Eine unbedachte Äußerung hätte ihn um ein Haar die Stelle gekostet. Seither übt sich der 34-jährige Lehrer in Zurückhaltung und lässt die menschenverachtende, aber massentaugliche Geisteshaltung seiner Schützlinge unkommentiert. Anstatt zu seinen Prinzipien zu stehen und dadurch sein Beamtengehalt erneut aufs Spiel zu setzen, hält er sich von nun an bedeckt und macht es sich, wie so viele Intellektuelle seiner Zeit, im inneren Exil gemütlich.
Doch die Gruppendynamik, die sich innerhalb der Schulklasse entwickelt, macht es unmöglich, nicht Stellung zu beziehen. Als sich das brodelnde Gemisch aus Verrohung, militärischem Drill und ideologischer Verblendung auf einer Klassenreise schließlich eruptiv entlädt, kommt es zur Katastrophe. In der Überzeugung, durch sein bequemes Schweigen eine nicht unerhebliche Mitschuld an der Eskalation der Ereignisse zu tragen, reift in dem Lehrer ein folgenschwerer Entschluss.
Die Klassengemeinschaft wird bei Horváth zur mikrokosmischen Abbildung einer Gesellschaft, die sich mit einer politisch propagierten Verachtungsideologie konfrontiert sieht. Oft als Auseinandersetzung des Autors mit der eigenen Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus gelesen, wirkt Horváths ziseliert anatomische Studie als Kampfansage gegen Mitläufertum, Opportunismus und stillschweigende Zustimmung heutzutage aktueller denn je. Petra Wüllenwebers Neuinterpretation konzentriert sich auf die gesellschaftlichen Mechanismen und menschlichen Verhaltensweisen, die diese Geschichte unabhängig von ihrer Entstehung an jedem Ort und zu jeder Zeit möglich machen.

Quelle: https://www.tdj.at/spielplan/spielplan-20192020/s/jugend-ohne-gott/

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